#mixtapemit16

„Ich war 16 und er 31
und über Liebe wußte ich nicht viel….“

Nein, ganz so war es nicht.
Aber ich war verliebt. Furchtbar verliebt. Furchtbar unglücklich verliebt. Dauerzustand.

Sechzehn eben.

Es war 1995 und meine Mixtapes waren wenig abwechslungsreich, da ich grundsätzlich ‚Stimmungstapes‘ aufgenommen habe. Ich wünschte, ich hätte eines zur Hand – sie existieren nämlich noch. Alle. Mühsam von CD auf Tape gebannt und meist mit selbst gebasteltem Inlay versehen. Sie fristen nun ihr Dasein in einem Kassettenkoffer (ja, richtig, Kassettenkoffer!) auf dem Dachboden meines Elternhauses.

Aber zurück zu den Tapes und den postpubertären Stimmungsschwankungen:

Meinen damaligen Musikgeschmack kann ich noch heute allerbesten Gewissens unterschreiben, die fiese Pop-Phase hatte ich bereits mit 13 oder 14 überwunden, was nicht zuletzt an den Menschen lag, die mich umgaben und zum Teil glücklicherweise auch jetzt noch umgeben.
Und an denen, in die ich verliebt war.

Ich hatte Tapes zum „Tanzen“, zum Mitgrölen, zum Nachdenken, zum Weinen.
Uptempo-Nummern mit ordentlich Wumms und langsame Songs, meist mit tieftraurigen Texten.

Ich meidete den allgegenwärtigen Radio-Europop wie die Pest und hielt mich damals trotz des teenie-typischen Selbstbewusstseins einer Trockenerbse wegen meines Musikgeschmacks für etwas Besonderes.
1994/95 waren großartige Musikjahre – viele grandiose Alben, die ich damals hoch und runter hörte, höre ich auch heute noch regelmäßig. Ich wohnte in einer Kleinstadt, was auch immer den Weg in die Leihbücherei oder in den Plattenladen – und schließlich auf die Mixtapes – schaffte, hatte bereits eine lange Reise hinter sich, so dass ich nie wirklich auf dem allerneuesten Stand war. Daher finden sich auf dem Tape auch Lieder, die ein, zwei oder drei Jahre früher veröffentlicht wurden.

Hier also ein Mixtape, wie ich es allerhöchstwahrscheinlich 1995/96 zusammengestellt hätte:

 

Seite A  – ‚Best of/Alles im Lot‘‚ (41:44)

Pearl Jam – Rearviewmirror (4:44)
Therapy? – Screamager (2:37)
R.E.M. – What’s the frequency, Kenneth? (3:59)
Blur – End of a century (2:44)
Ash – Goldfinger (4:32)
Alanis Morissette – You Oughta Know (4:09)
Weezer – Undone – The Sweater Song (5:06)
Faith No More – Digging the Grave (3:05)
Dinosaur Jr. – Feel the Pain (4:19)
The Lemonheads – The Great Big No (2:51)
Radiohead – Anyone Can Play Guitar (3:38)

Seite B – ‚Weltschmerz und so‘ (44:51)

Pearl Jam – Garden (4:59)
Tori Amos – Putting the Damage On (5:15)
dEUS – hotellounge (6:24)
Nirvana – Pennyroyal Tea / unplugged (3:40)
Bush – Glycerine (4:26)
The Verve – History (5:26)
R.E.M. – Strange Currencies (3:50)
Pearl Jam – Black (5:40)
Tori Amos – Hey Jupiter (5:11)

 ————————–

„And if the world does turn
And if London burns
I’ll be standing on the beach with my guitar
I wanna be in a band when I get to heaven
Anyone can play guitar
And they won’t be a nothing anymore“

—————————

edit: Auf die Idee kam übrigens ursprünglich Marco, der in einem Tweet ankündigte, ein Mixtape machen und das Ergebnis auf seinem Blog vorstellen zu wollen. Die ersten #mixtapemit16 – Beiträge las ich bei nurdertim und raute22c. Sie brachten mich dazu, mich in meine musikalische Vergangenheit zu begeben. Vielen Dank dafür. Ich habe einen tollen, emotionalen Flashback-Nachmittag mit meinen alten CDs und Spotify verbracht. Weitere tolle Mixtape-Beiträge findet ihr u.a. bei curi0us, dierudola , Sammy sagt… , Spielbeobachter, dem Stadtneurotiker und Steffen von hb-people. 

Diese Liste ist ohne Anspruch auf Vollständigkeit, wird aber sehr gerne ergänzt.

Auf dass noch viele Mixtapes folgen mögen!!!

<3

4 comments for “#mixtapemit16

  1. 12. August 2015 at 15:52

    Großartiges Mixtape, wurde ich sofort so höre und nur bei Alanis Morissette vorspulen, die fand ich schon immer doof.

    Bei Tori Amos hätte ich zwar andere Lieder gewählt, doch jemand der Faith No More mag und bei Therapy? das Fragezeichen nicht vergisst hat bei mir schon mal zwei richtig fette Steine im Brett.

    • silbensalat
      12. August 2015 at 18:13

      Danke. Alanis Morissette war so ein klassisches „Mädelsding“ – sie hat (gerade mit dem Song) vermutlich allen unglücklich verliebten, wütenden Mädchen aus der Seele gesprochen. So auch mir. Die beiden Tori Amos Songs sind wahrscheinlich die traurigsten Lieder, die ich – bis heute – je gehört habe und waren perfekt, um sich in Selbstmitleid zu suhlen.
      Generell durfte es auch lieber laut sein. Wie auch heute noch. 😉

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.